Eingeschränkte Formulierungsfähigkeit

Textgrammatik

Die Textgrammatik bedeutet „Erzählkompetenz“. Die Fähigkeit eine Geschichte zu erzählen, so dass man ihr gut folgen kann und gerne zuhört, ist bei nicht allen Kindern gut entwickelt. Symptome sind: ein „Kurz angebunden sein“, der Geschichte als Zuhörer nicht folgen zu können, Schwierigkeiten beim Perspektivenwechsel (z.B. kann eine 3. Person nicht wissen, wer „Anja“ ist, wenn das Kind diese nicht als z.B. Freundin einführt), der Zuhörer muss häufig nachfragen, die Kinder reagieren darauf genervt, u.a. Nicht nur in der Schule ist diese Fähigkeit einen „Roten Faden“ entwickeln zu können für Aufsätze oder Problemlösungsstrategien wichtig. Auch im Alltag stoßen diese Kinder an Grenzen, verlieren im schlechtesten Fall die Freude am Erzählen.

Störungen

Störung des Verständnisses und der Produktion jeglicher Texte, z.B. beim Erzählen einer Geschichte (Märchen) oder im Rahmen eines Gesprächs (Erzählen der Erlebnisse des Tages). Sätze können nicht sinnvoll in einen Zusammenhang gestellt werden die Verarbeitung von Textstrukturen ist betroffen, Einzelsätze können dabei unauffällig sein unterschiedliche Ausprägungsgrade in den Bereichen:

  • Makrostruktur (äußerer Aufbau einer Geschichte) - "Roter Faden“
  • Beginn, Ort, Zeit, beteiligte Personen, Problem, Handlungsablauf, Konsequenz, Schluss
  • Mikrostruktur (inhaltliche/ formale Zusammenhänge zwischen Sätzen) – „Ausschmücken“
  • Pronomen, Konjunktionen, Nebensätze, z.B.: Verbindungselemente, statt "dann..., und dann..., und dann…" ein "plötzlich, deswegen, während, als,…“ oder weitere schmückende Elemente, wie „ riesig, lieb, ungeheuerlich, besonders groß, etc.

Ursache

Häufig ist die Textgrammatikstörung eine späte Form einer früheren grammatischen Störung oder Sprachentwicklungsstörung. Mögliche Merkmale einer Textgrammatikstörung:

  • tritt im späten Vorschul- und Grundschulalter auf
  • Auslassung notwendiger Bestandteile einer Geschichte (z.B. Ort, Zeit, Schluss)
  • viele Pronomen („Da ist die. Da läuft der.“)
  • falsche/ nicht eindeutige Verwendung von Pronomen („Der Mann kauft Blumen. Sie…“ „Frau Hufner und Frau Becker fahren Fahrrad. Sie stürzt.“)
  • wenige/ keine Nebensätze
  • wenig schmückende Elemente (z.B. Plötzlich…, riesig, deswegen…, trotzdem…)